In wenigen Wochen beginnen die offiziellen Beratungen im Deutschen Bundestag zum Bundesteilhabegesetz. Die meisten Sozial-, Behinderten- und Selbstvertretungsorganisationen lehnen den Gesetzesentwurf in der derzeitigen Form ab. Mit der Kampagne #nichtmeingesetz wurde bereits gezeigt, wie breit und willensstark der Protest der Behinderten-Community in Deutschland ist. Jetzt, wo es auf die letzten Meter des Gesetzes noch einmal spannend wird, wollen wir gezielt den Fokus auf die wohl größten Probleme des Gesetzes lenken:

Mit #alleinzuhaus wird gezeigt, dass Menschen mit Behinderungen selbstständig und selbstbestimmt leben wollen und auch können. Der derzeitige Gesetzesentwurf will aber genau das verhindern. Statt den bisher geltenden Grundsatz von „ambulant vor stationär“ beizubehalten. So rücken Kostenfaktoren in den Mittelpunkt, nach denen zukünftige Generationen in stationäre Einrichtungen gelangen, statt selbstbestimmt ein eigenes Leben führen zu können. Zwar soll es einen Bestandsschutz für derzeit ambulant wohnende Menschen geben, dieser greif aber eben nicht bei zukünftigen Generationen und natürlich auch nicht bei denjenigen, die sich derzeit in einer Einrichtung befinden.
Darüberhinaus ist es nach dem Gesetz zukünftig möglich, gegen den Willen des Betroffenen Leistungen für mehrere behinderte Menschen zusammen durchzuführen. Dieses sogenannte poolen führt in der Praxis dazu, dass eine eigene Lebensführung nicht mehr möglich ist. Selbst wenn beispielsweise „nur“ die Nachtschicht bei einer Person mit Assistenz „gepoolt“ würde, bedeutet dies, dass derjenige z.B. um 21 Uhr zuhause sein muss, da die eigene Assistenz Feierabend hat und die eigentliche Leistung mit einer anderen Person „geteilt“ wird.

Diese und einige weitere Problematiken führen dazu, dass die Wahrscheinlichkeit in einem Heim zu landen in Zukunft eher größer als geringer wird. Ein Leben, so wie es sich auch die UN-Behindertenrechtskonvention vorstellt, wird damit nicht ermöglicht.
Deshalb protestieren wir mit dieser Kampagne für ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden.

Unsere Forderungen finden Sie hier.